
Der christliche Gottesdienst ist ohne Musik nicht
denkbar. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich vielfältige Formen
und Stile der Kirchenmusik entwickelt. Kirchenmusik war immer aktuell,
neu und zeitgenössisch.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein sangen die Menschen
"ihre" Lieder und komponierten "ihre" Musik
für die Kirche. Erst seit der Romantik interessierten sich
Künstler wie Mendelssohn und Brahms für "historische"
Musik. Unsere Musik hat schließlich Zugang zu der unglaublichen
Fülle der gesamten jemals komponierten Musik Wenn Kirchenmusik
auch zu jeder Zeit anders geklungen hat, so sind doch die Verse
des 108. Psalms bis auf den heutigen Tag Leitsätze für
die Kirchenmusik:
Gott, mein Herz ist bereit, ich
will singen und
spielen, wach auf, meine Seele!
Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern;
ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Die Kirchenmusik hat es infolge des gesellschaftlichen
Wandels am Ende des 20. Jahrhunderts nicht leicht: Die Allgegenwart
der Medien prägt den musikalischen Geschmack der Menschen,
macht Musik zu einem ständig verfügbaren Konsumartikel
und bietet auf Knopfdruck musikalische Perfektion. Welch unschätzbar
höheren Erlebniswert hat dagegen das eigene Musizieren: es
schafft Kommunikation, stiftet Gemeinschaft, vermittelt Inhalte
und spricht den emotionalen Bereich des Menschen an. Daher wird
die Zukunft der Kirche auch in starkem Maße von der Zukunft
der Kirchenmusik abhängig sein.
- Kirchenmusik hat die hohe Aufgabe der Traditionspflege:
sie vermittelt die klassischen Formen der Liturgie, bewahrt den
Liederschatz vergangener Generationen und erarbeitet immer wieder
neu die unvergänglichen Motetten, Kantaten, Passionen, Oratorien
und Messen der großen Meister.
- Kirchenmusik muss sich überkonfessionell,
übernational, polystilistisch mit der aktuellen Entwicklung
kritisch auseinandersetzen.
- Kirchenmusik soll sich in der Öffentlichkeit
Gehör verschaffen durch die Möglichkeiten der Medien
und durch vielfältige Kontakte zu anderen kulturellen Einrichtungen.
- Kirchenmusik ist zu einem volksmissionarischen
Dienst eigener Art geworden; denn für ungezählte Menschen
ist sie in der Gegenwart das einzige Tor, durch das sie Zugang
zur Verkündigung und zum Glauben der Kirche haben.
Deshalb bietet die Johanniskirchengemeinde unter
der Leitung ihres Kantors Manfred Kamp ein breites Spektrum der
Kirchenmusik in Gottesdiensten und Konzerten an. Die Johanniskirche
ist offen für alle Gruppen, die ihre Musik in den Dienst der
Kirchenmusik stellen, von Kammermusikensembles über Bläserkreise
bis hin zu Gospelchören. Die Johanniskantorei arbeitet anlässlich
ihrer Veranstaltungen regelmäßig mit dem Hagener Philharmonischen
Orchester und auswärtigen Orchestern zusammen.
In den Freitagskonzerten schon traditionell möglichst
einmal im Monat erklingt auch unter Beteiligung bekannter Hagener
Künstler Orgelmusik, Kammermusik und solistische Vokalmusik.
Viele Gottesdienste werden musikalisch ausgestaltet
mit geistlichen a cappella Werken, aber auch mit Instrumentalmusik
und Bach Kantaten. Nicht zuletzt gedenkt die Johanniskirchengemeinde
auch im Jahre 2003 mit einem besonderen Programm des Lebenswerkes
von Johann Sebastian Bach, der als Thomaskantor wie kein anderer
mit seinem Verständnis von Musik das Wesen der Kirchenmusik
auch für zukünftige Generationen geprägt hat.
Manfred Kamp Johanniskantor
Zum Jubiläumsjahr 2003 gab es im Kirchenkreis
Hagen noch ein weiteres Ereignis: die beiden "größeren
Ev. Luth. Kirchengemeinden" in der Stadtmitte die Johanniskirchengemeinde
und die Lutherkirchengemeinde schlossen sich wieder zusammen zur
Ev. Luth. Stadtkirchengemeinde, und im Festgottesdienst am 12. Januar
in der Johanniskirche trugen die Vertreter der gemeindeinternen
Arbeitsfelder hierzu ihre Gedanken und Wünsche vor.
Für das Arbeitsfeld Kirchenmusik formulierte
sie der Kreis- und Johannis Kantor Manfred Kamp:
KIRCHENMUSIK ist
Musik, die in der Kirche erklingt,
im Auftrag der Kirche entsteht,
für die Kirche aufgeführt und
von der Kirche gefördert wird.
KIRCHENMUSIK ist
Verkündigung des Wortes Gottes,
lobt, erfreut, jubelt, begeistert,
tröstet, klagt, beruhigt, denkt nach,
provoziert, kritisiert, fragt, antwortet.
KIRCHENMUSIK ist
gesund, bildet die Stimme, fördert die Durchblutung
schult das Gehör, trainiert das Gedächtnis,
erfordert Verantwortung und Disziplin,
hält jung und massiert die Seele.
KIRCHENMUSIK schafft
Gemeinschaft, erreicht Jung und Alt,
erweitert den Horizont, vermittelt Kultur,
ist überkonfessionell und ökumenisch,
strahlt über die Gemeinde und die Stadt hinaus.
KIRCHENMUSIK braucht
viele Sängerinnen und Sänger, Nachwuchs für
Kinder , Jugend und Erwachsenenchöre,
Organisten, Orgelschüler und Studenten,
versierte Dirigenten, Bläser, Orchestermusiker,
gute Instrumente, begleitende und interessierte
Pfarrerinnen und Pfarrer, offene und
verständige Presbyterien, professionelle
Werbung, viele engagierte Helfer und nicht zuletzt
finanzielle Unterstützung, um den vielfältigen
Aufgaben gerecht zu werden.
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